WARUM WURDEN SIE MUSLIME?
Warum wurden sie Muslime?
LORD AL-FARUQ HEADLEY
Großbritannien
(Lord Headley trug den Titel eines Lords. Sir George Allanson wurde 1855 geboren und stammte aus einer der ältesten britischen Adelsfamilien. Er bekleidete bedeutende politische Ämter in Großbritannien und machte sich gleichzeitig als Herausgeber einen Namen. Er absolvierte die Universität Cambridge. 1877 wurde ihm der Titel eines Lords verliehen. Er diente als Oberstleutnant in der britischen Armee. Von Beruf war er Ingenieur, nebenberuflich jedoch ein begabter Schriftsteller. Zu seinen Veröffentlichungen zählt sein Werk „Ein Europäer öffnet seine Augen und wird Muslim“. Lord Headley konvertierte 1913 zum Islam und nahm den Namen Shaikh Rahmatullah Faraq an.)

Warum bin ich Muslim geworden?
Manche meiner Freunde und Bekannten mögen der Meinung sein, ich sei durch Überredung zum Islam konvertiert. Doch das entspricht nicht der Wahrheit. Meine Konversion zum Islam war das Ergebnis langjähriger Recherche und Überlegung. Nach eingehender Prüfung und Meinungsbildung über den Islam nahm ich Kontakt zu Muslimen auf. Als ich sah, dass ihr Glaube mit meinem übereinstimmte, erkannte ich und freute mich, dass ich zu einer guten Religion gefunden hatte.
Der Koran gebietet, dass man den Islam nur nach der vollen Überzeugung des Herzens annehmen soll und lehnt eine Konversion unter Zwang ab. Ebenso sagte Isa (Jesus) “alaihissalam” zu seinen Aposteln: „Und wer euch nicht aufnimmt und euch nicht hört, von dem geht weg, und schüttelt den Staub von euren Füßen zum Zeugnis gegen ihn ab.“ (Markus 6,11)
In meinem früheren Leben hatte ich viele fanatische Protestanten erlebt. Sie gingen in katholische Studentenwohnheime und versuchten, die katholischen Studenten zwangsweise zu bekehren. Diese unerwünschten Bemühungen und Zwangsversuche führten zu Streitigkeiten, Beleidigungen und Kontroversen und säten Zwietracht unter den Menschen. Dieselben sinnlosen Methoden wandten christliche Missionare gegenüber Muslimen an. Sie gingen alle möglichen Risiken ein, um Muslime zu christianisieren. Sie griffen zu allen möglichen Strategien, um Muslime in die Falle zu locken.
Sie versprachen ihnen Geld, Arbeit und Posten. Diese armen Unwissenden wussten nicht, dass der Islam die Religion ist, in der die Gebote von Isa (Jesus) “alaihissalam” ihre beste Umsetzung und Bestätigung finden. Das Christentum wurde so sehr verfälscht, dass die wahre christliche Religion, die von Isa (Jesus) “alaihissalam” verkündet wurde, völlig verloren gegangen ist und die von ihm gepredigten Grundsätze der Menschlichkeit in Vergessenheit geraten sind. All dies findet sich heute im Islam wieder. Indem ich Muslim wurde, habe ich die christliche Religion in ihrer ursprünglichen Reinheit wiedererlangt. Prinzipien, die von Isa (Jesaus) “alaihissalam” gelehrt wurden, wie Brüderlichkeit, Solidarität, Wohlwollen, Großzügigkeit und andere, werden heute nicht von Christen, sondern von Muslimen befolgt. Ein Beispiel: Die christliche Sekte der Athanasier lehrt nachdrücklich, dass das Christentum auf dem Glauben an drei Götter (Trinität) beruht, dass der geringste Zweifel an diesem Glauben zur sofortigen Verdammnis führt und dass jeder, der in dieser und der nächsten Welt Erlösung erlangen möchte, unbedingt an die drei Götter glauben muss, d. h. an „Gott, den Sohn Gottes und den Heiligen Geist“.
Ein weiteres Beispiel: Als ich Muslim wurde, erhielt ich einen Brief. Darin stand: „Indem du Muslim geworden bist, hast du dich selbst verdammt. Niemand kann dich retten, denn du leugnest die Göttlichkeit Gottes.“ Der arme Mann dachte, ich würde nicht mehr an Allah, den Erhabenen, glauben. Seiner Ansicht nach beruhte die Göttlichkeit Allahs auf der Dreifaltigkeit. Dieser Dummkopf wusste nicht, dass Isa (Jesus) -alaihissalam- – Friede sei mit ihm – bei der Verkündigung des reinen Christentums die Einheit Allahs verkündet und nie behauptet hatte, sein Sohn zu sein. Der Islam legte mit der Aussage „Es gibt nur einen Allah“ den Grundsatz des reinen Christentums fest.
Heute ist nichts so logisch wie der Glaube eines vernünftigen Menschen an die Existenz des einen Allahs. Indem ich Muslim wurde, glaube ich an den einen wahren Allah und weise alle Lügen zurück, die später in die reine Religion von Isa „alaihissalam“ eingeschleust wurden. Der Verfasser dieses Briefes und all jene, die seine Ansichten teilen, sind einfach nur bemitleidenswert. Tagtäglich wenden sich Christen von ihrem Glauben ab und werden Atheisten. Denn das heutige Christentum genügt den Ansprüchen eines kultivierten Menschen nicht mehr. Die Menschen lehnen blinden Glauben an Aberglauben ab und hegen Zweifel an den christlichen Glaubensinhalten. Im Gegensatz dazu habe ich in meinem ganzen Leben noch nie von einem Muslim gehört, der an seinem Glauben zweifelt. Denn der Islam befriedigt alle spirituellen und physischen Bedürfnisse des Menschen auf vollkommenste und vernünftigste Weise.
Ich bin mir sicher, dass Tausende von Christen, Männer wie Frauen, den Islam geprüft und sich innerlich bereits mit ihm identifiziert haben. Aus Angst, ihre Arbeit oder Position zu verlieren, wenn sie sich offiziell zum Islam bekennen, oder aus Furcht vor Spott ihrer Freunde, wagen sie es jedoch nicht, Muslime zu werden. An unseren Schulen wird der Islam immer noch als Religion derer gelehrt, die nicht an Allah glauben. Ich riskierte, von all meinen Freunden und Bekannten als „Mann mit einer verdammten Seele“ verflucht zu werden, und konvertierte zum Islam. Seit zwanzig Jahren halte ich fest an ihm.
Nachdem ich kurz dargelegt habe, warum ich mich für den Islam entschieden habe, möchte ich hinzufügen, dass ich durch meine Konversion zum Islam auch ein wahrhaftigerer und reinerer Nachfolger von Isa (Jesus) „alaihissalam“ geworden bin. Ich möchte anderen Christen ein Vorbild sein. Die Konversion zum Islam macht sie nicht zu Feinden des Christentums; im Gegenteil, sie lehrt sie, was wahres Christentum ist, und bereichert sie.

